„Freiheit oder Sicherheit“ – eine dumme Alternative!

Niemand muss sich seines Sicherheitsbedürfnisses schämen. Sicherheit ist, wie die Autoren Robert und Edward Skidelsky in ihrem interessanten Buch „Wie viel ist genug?“ sagen, eines von 7 „Basisgütern“, also eine Voraussetzung für „gutes Leben“. Ich halte die oft aufgestellte Alternative „mehr Freiheit oder mehr Sicherheit“ für unsinnig. Das Bemühen um ausreichende Sicherheit für möglichst alle Bürger ist eine der ursprünglichen Staatsaufgaben und auch eine Voraussetzung für Freiheit: Wer ständig Angst vor Bedrohung des Lebens und seiner körperlichen Unversehrtheit haben muss, lebt nicht frei. Deshalb darf sich ein humaner Staat nicht entscheiden, ob er sich mehr um dieses oder jenes kümmert. Kein Mensch würde sich in ein Auto oder einen Zug setzten, dessen Konstrukteure sich für Antrieb und gegen Bremse entschieden haben! Momentan würde ich angesichts einer massiven, menschenverachtenden, terroristischen Bedrohung gerne offen darüber diskutieren, wo wir in Sachen Freiheit und Sicherheit stehen. Ein Tabu („es darf keine Änderungen in unserer Sicherheitsarchitektur geben, sonst verlieren wir an Freiheit!“) akzeptiere ich nicht. Sicherheit und Freiheit sind zudem immer Annäherungsziele: Man hat sie nie absolut. Man bleibt unterwegs zu ihnen. Tröstlich ist, dass sie nahe beieinander liegen und keineswegs in entgegengesetzten Richtungen zu finden sind. 


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