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Konsequenzen?

So ressourcenleicht habe ich in den letzten 30 Jahren wohl noch niemals gelebt, wie in den letzten 6 Wochen. An meiner Tankstelle kennt man mich kaum noch. Der Supermarkt erlebt mich streng einkaufszettelorientiert und unempfindlich gegenüber Sonderaktionen - schnell wieder raus und die Maske runter statt „Einkaufserlebnis“. Und dann erst die geschlossenen Geschäfte: Ich merke, dass ich nichts von dem brauche, was es gerade nicht zu kaufen gibt. Es ist alles im Haus. Ich bin vorgerückten Alters, meine statistische Lebenserwartung erreiche ich locker mit den Klamotten, Geräten und Möbeln, die ich schon habe. Und sogar die Spirituosen dürften reichen…

Schlimm ist nur, dass dieser ressourcenleichte Zustand zum wirtschaftlichen Ruin so vieler Menschen führen wird. Schlimm ist aber auch, dass der gewohnt ressourcenschwere „Immer-Weiter-Schneller-Mehr-Kapitalismus“ zum Ruin des Planeten führen muss. Das hat der wunderbare Bundesminister Gerd Müller gerade der „Rheinischen Post“ zur Corona-Krise mitgeteilt! Man müsse umdenken und könne nicht einfach zur Normalität der Globalisierung zurückkehren. Die Grenzen der Ressourcen seien endlich.

Ja wirklich? Hat erst ein Virus diese Erkenntnis zu Tage gefördert? Steht das nicht seit 40 Jahren in seriösen Studien und im Grundsatzprogramm der ÖDP? Warum bloß haben wir immer noch keine öko-soziale Marktwirtschaft, in der alle ordentlich leben können – ressourcenleicht und ohne materialistische Exzesse? Könnte es auch daran liegen, dass gute Leute wie Herr Müller in unverbrüchlicher Treue zu einer Partei halten, die sich dem „Immer-Weiter-Schneller-Mehr-Kapitalismus“ verschworen hat? Wo bleiben die Konsequenzen?

Bernhard Suttner


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